Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
LEHRVERANSTALTUNGEN SS 2004


GRUNDSTUDIUM
ECTS
Moderne, Modernismus, Modernität (hist-quer)
V Mi wöchtl. 11.15-12.45 GWZ HS 2.010
(für Seniorenstudium geeignet)

Nicklas, Pascal 6
Einführung in die AVL II (TH-Einf)
ProS Di wöchtl. 15.15-16.45 HG HS 20

Hoffmann-Maxis, Angelika 8
Expressionismus (hist-quer)
ProS Mo wöchtl. 13.15-14.45 SG SR 2-07/08

Zieger, Wilfried 8
Lyriktheorie (TH-Theorie)
ProS Mi wöchtl. 9.15-10.45 SG SR 3-41/42

Zieger, Wilfried 8
Mythos Prometheus (hist-Stoff)
ProS Mi wöchtl. 15.15-16.45 SG SR 2-71/72
(für Seniorenstudium geeignet)

Zieger, Wilfried 8
Novellistisches Erzählen in der Weltliteratur (hist-quer)
ProS Mo wöchtl. 11.15-12.45 SG SR 3-41/42

Zieger, Wilfried 8
Hamlet: Bühne und Film (hist-rezep)
ProS Mi wöchtl. 17.15-19.15 SG SR 4-01/02

Nicklas, Pascal 8

HAUPTSTUDIUM
ECTS
Moderne, Modernismus, Modernität (hist-quer)
V Mi wöchtl. 11.15-12.45 GWZ HS 2.010
(für Seniorenstudium geeignet)

Nicklas, Pascal 6
Umberto Eco: Literatur- und Kulturtheorie
S Do wöchtl. 9.15-10.45 SG SR 2-71/72

Hoffmann-Maxis, Angelika 10
Literatur und Musik in der Moderne - ein fremdes Verhältnis (hist-rezep)
S Do wöchtl. 11.15-12.45 SG SR 3-41/42
(für Seniorenstudium geeignet)

Hoffmann-Maxis, Angelika 10
Briefroman und das "private Leben" (hist-quer)
S Mi wöchtl. 15.15-16.45 SG SR 1-61/62

Nicklas, Pascal 10
Europäische Romdichtung (hist-stoff)
S Di wöchtl. 13.15-14.45 SG SR 1-99/100

Hoffmann-Maxis, Angelika /
Deufert, Marcus
10
Stolz und Selbstbewußtsein des Autors. Ihre Begründung und literarische Gestaltung von der Antike bis in die frühe Neuzeit. (hist-quer)
S Di wöchtl. 9.15-10.45 SG SR 2-05/06

Kößling, Rainer
Leipzig
10

KOMMENTARE GRUNDSTUDIUM
04030411 Moderne, Modernismus, Modernität (Hist-quer)
Nicklas, Pascal

Wann beginnt die Moderne? Mit dieser grundsätzlichen und nicht leicht zu beantwortenden Frage setzt diese Vorlesung ein. Im Verlaufe des Semesters wird an ausgewählten Beispielen die europäische Literatur der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts dargestellt und auf ihre Modernität hin befragt. Deutlich wird dabei auch, dass die moderne Literatur nicht voraussetzungslos ist: Sie definiert sich gegenüber dem Früheren und nimmt dies doch zugleich in sich auf. Auch steht die moderne Literatur in einem komplexen Wechselverhältnis zu den anderen Künsten ihrer Zeit, so dass auch der Künstevergleich in der Vorlesung eine Rolle spielt.
Schließlich wird die Frage lauten: Hat die Moderne geendet?

04030425 Einführung in die AVL II (TH-Einf)
Hoffmann-Maxis, Angelika

Die Veranstaltung ist die Fortsetzung des Einführungskurses, der jeweils im Wintersemester beginnt; eine Teilnahme ist auch für diejenigen Studierenden möglich, die im SS ihr Studium aufnehmen (und Teil I der Einführung dann im WS besuchen). Der Kurs behandelt die sog. „transliterarischen Zusammenhänge“: Comparative arts, Literatur und Wissenschaft, Epochenproblematik und Imagologie. Auf diese Weise vervollständigt sich das Bild des Faches, so dass am Ende des Kurses die wichtigsten Positionen und Aufgaben der Komparatistik resümiert werden können.

Literaturhinweis (zugleich Grundlage der Veranstaltung):
Corbineau-Hoffmann, Angelika: Einführung in die Komparatistik, 2. Aufl. 2004.

04030435 Expressionismus (Hist-quer)
Zieger, Wilfried

Das Seminar will die Spezifik der „Ausdruckskunst“ im Vergleich zu anderen Kunst- bzw. Literaturströmungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts verdeutlichen, indem es Werke der Literatur, Malerei und Musik einander gegenüberstellt und deren stilistische und weltanschaulich-ästhetische Gemeinsamkeiten (und Unterschiede) aufzeigt. Zugleich soll ein Überblick über die Entwicklung des Expressionismus in den genannten drei Künsten gegeben und seine Bedeutung für die weitere Kunstentwicklung verdeutlicht werden.

04030445 Lyriktheorie (TH-poetol)
Zieger, Wilfried

Das Seminar gibt einen knappen Überblick über die Entwicklung der Lyriktheorie in der westlichen Welt vom Barock bis zur Gegenwart. Chronologisch vorgehend und die Wechselwirkung von Theoriebildung und poetischem Schaffen beachtend, werden vor allem Äußerungen namhafter Lyriker diskutiert, die die Geschichte des Genres und seiner Theorie grundlegend geprägt haben. Dabei wird u.a. der Frage nachgegangen, warum das empfindsame Lyrikverständnis der Goethezeit die Theoriebildung bis ins 20. Jahrhundert einseitig prägen konnte.

04030455 Mythos Prometheus (Hist-stoff)
Zieger, Wilfried

Der Menschenbildner und Feuerbringer Prometheus gehört zu den berühmtesten mythischen Gestalten der Weltliteratur. „Die Geschichte seiner Deutungen erzählen heißt (…), die Geschichte der abendländischen Menschheit selbst erzählen“ (H.G. Gadamer). Das Seminar widmet sich den verschiedenen Aspekten des Prometheusstoffes in seiner unterschiedlichen Ausprägung bei repräsentativen Vertretern einzelner europäischer Literaturen und fragt nach den Intentionen, die Dichter, aber auch Komponisten in verschiedenen Kunstepochen immer wieder zur Gestaltung dieses Stoffes führten.

04030465 Novellistisches Erzählen in der Weltliteratur (Hist-quer)
Zieger, Wilfried

Die Novelle ist neben dem Roman das dominierende Genre in der Geschichte der neueren Erzählliteratur. Chronologisch vorgehend versucht das Seminar – anhand repräsentativer Texte – einen Überblick über die Entwicklung der Novelle von der Renaissance bis zur Gegenwart zu geben. Dabei wird die Frage nach den Ursachen für die unterschiedliche Ausprägung der Novellenform bei Autoren verschiedener Literaturgeschichtsepochen und Nationalliteraturen besondere Beachtung geschenkt. Analysiert und miteinander verglichen werden u.a. Werke von Boccaccio, Cervantes, Goethe, Tieck, Poe, Tschechow, Jacobsen, Schnitzler, Martin Walser.

04030475 Hamlet: Bühne und Film (Hist-rezep)
Nicklas, Pascal

Die Frage nach dem Sein oder Nicht-Sein „Hamlets“ entscheidet sich auch in der Praxis seiner Aufführung. Die Textgestalt bildet dabei die Grundlage jeder Inszenierungspraxis. Im Spannungsverhältnis von Text und Bühnen-/Filmtradition entsteht die besondere kulturelle Bedeutung dieses Klassikers. Deshalb sollen im Seminar die verschiedenen Seinsweisen „Hamlets“ im Sinne der Comparative Arts diskutiert werden. Die gründliche Lektüre des Textes mit der Erarbeitung der wichtigsten Rezeptionstraditionen bildet die Grundlage der Analyse vor allem filmischer Umsetzungen.


KOMMENTARE HAUPTSTUDIUM
04030481 Moderne, Modernismus, Modernität (Hist-quer)
Nicklas, Pasca

Wann beginnt die Moderne? Mit dieser grundsätzlichen und nicht leicht zu beantwortenden Frage setzt diese Vorlesung ein. Im Verlaufe des Semesters wird an ausgewählten Beispielen die europäische Literatur der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts dargestellt und auf ihre Modernität hin befragt. Deutlich wird dabei auch, dass die moderne Literatur nicht voraussetzungslos ist: Sie definiert sich gegenüber dem Früheren und nimmt dies doch zugleich in sich auf. Auch steht die moderne Literatur in einem komplexen Wechselverhältnis zu den anderen Künsten ihrer Zeit, so dass auch der Künstevergleich in der Vorlesung eine Rolle spielt.
Schließlich wird die Frage lauten: Hat die Moderne geendet?

04030492 Umberto Eco: Literatur- und Kulturtheorie (TH-theorie)
Hoffmann-Maxis, Angelika

Wer bei dem Namen Umberto Eco an den Namen der Rose denkt, ist selbst bei einem Seminar zur Literaturtheorie nicht auf falschen Pfaden, denn die „Nachschrift“ enthält die Programmatik der Postmoderne. Doch zum Zentrum der Fragestellung: Der Status der Literatur innerhalb einer Logik der Kultur läßt sich an keinem (Gesamt-)Werk eines Theoretikers so gut beschreiben wie bei Umberto Eco – dies gilt sowohl für das „offene Kunstwerk“ als auch für den „Lektor in Fabula“. Wer eine Einführung in die Semiotik wünscht (oder auch nur benötigt), wird sich ebenfalls mit Gewinn an Eco wenden; und wenn es uns schließlich, in einem Theorie-Seminar nicht ganz unziemlich, nach leichterer Kost verlangt, finden wir Platon im Striptease-Lokal (was im Original ganz unspektakulär Diario minimo heißt …)

04030502

Literatur und Musik in der Moderne – ein fremdes Verhältnis
(Hist-rezep)

Hoffmann-Maxis, Angelika

Wenn Musik die Sprache des Unsagbaren ist: Wäre sie dann nicht (allein?) in der Lage, jenen unaussprechlichen Leiden, den unbeschreiblichen Gräueln, den Krisen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts Ausdruck zu geben? Doch ist nicht der Dialog, ja die Dialogfähigkeit dieser beiden Künste (der ‚sister arts’ im Verständnis des 18. Jahrhunderts) schon nach der Romantik, spätestens aber nach dem Symbolismus erschöpft? Die Fragen richten sich an klassische Texte der Moderne und (be)treffen deren Verhältnis zur Musik – bei Hermann Hesse, Thomas Mann, Aldous Huxley, Alejo Carpentier, Marguerite Duras und Wolfgang Hilbig.

04030512 Briefroman und das „private Leben“ (Hist-quer)
Nicklas, Pascal

Die Kommunikationsform „Brief“ diente seit Ovid als Medium von Fiktionen der Intimität. Der Ursprung des modernen Briefroman läßt sich im Kontext der Geschichte „Histoire de la vie privée“ (Philipe Ariès und Georges Duby) im 18. Jahrhundert lokalisieren. Seitdem hat die Form sich bis zur Gegenwart beispielsweise eines Amos Oz mit „Black Box“ fortgesetzt, doch den Höhepunkt seiner Aktualität erreicht der Briefroman im Jahrhundert seiner Erfindung. Aufgabe des Seminars wird es sein, die literaturgeschichtlichen Zusammenhänge in ihren kulturellen Kontexten nachzuvollziehen.

04030152 Europäische Romdichtung (Hist-stoff)
Hoffmann-Maxis, Angelika
Deufert, Marcus

In diesem Hauptseminar, in dem Studierende der Vergleichenden Literaturwissenschaft und der Latinistik einen Leistungsnachweis erwerben können, sollen poetische Portraits der Stadt Rom von der augusteischen bis in die jüngste Zeit vergleichend analysiert werden.
Im Bereich der lateinischen Dichtung liegt besonderes Gewicht auf den Rombildern klassischer, frühkaiserzeitlicher und spätantiker Autoren, (z.B. Horaz, Vergil, Ovid, Martial, Statius, Juvenal, Ambrosius und Prudentius), die – facettenreich und widersprüchlich, erfüllt von Liebe, Haß und Sehnsucht – Rom als heilige oder als verfluchte Stadt, als Metropole der Kultur oder der Dekadenz, als Zentrum einer göttlich legitimierten weltlichen Macht oder als Sitz des „wahren“ (christlichen) Glaubens portraitierten. Hieran anknüpfende Rombilder mittel- und neulateinischer Dichter (z.B. Hildebert von Lavardin; Cristoforo Landino; Ulrich von Hutten) sollen ebenfalls in den Blick genommen werden. Ein französischer Dichter der Renaissance, Rom-Reisender ohne Leidenschaft, wird folgen: Joachim Du Bellay, bevor die neuere Rom-Dichtung behandelt wird (Lord Byron, Lamartine). Am Ende steht, die Rom-Gesänge gleichsam zusammenfassend, Paul Nizons Canto.Textausgabe: Die Texte für die einzelnen Sitzungen (in Originalsprache und in deutscher Übersetzung) werden als Photokopiervorlage bei der Firma „Printy“ in der Ritterstraße hinterlegt. Die meisten der lateinischen Texte sind abgedruckt bei BERNHARD KYTZLER (Hg.), Roma Aeterna. Lateinische und griechische Romdichtung von der Antike bis in die Gegenwart, Zürich/München 1972.
Literatur zur Einführung:
WALTHER REHM, Europäische Romdichtung, München 1960.
BERNHARD KYTZLER (Hg.), Rom als Idee, Darmstadt 1993.

04030162 Stolz und Selbstbewußtsein des Autors Ihre Begründung und literarische Gestaltung von der Antike bis in die frühe Neuzeit.
(Hist-quer)
Kößling, Rainer

Bemerkungen von Dichtern und Prosaautoren über ihre Kunst im allgemeinen und ihr individuelles Kunstvermögen begegnen, teils knapp und verklausuliert in umfänglichere Werke eingewoben, teils in komplexer künstlerischer Gestaltung, teils unumwunden und eindringlich in poetischer Form artikuliert, in der europäischen Literatur seit der griechischen Antike bis in die neueste Zeit. In ihnen wechselt originelles gedankliches und motivisches Gut mit traditionellem, mitunter durchdringt beides einander. In jedem Falle lassen sich aus Texten bzw. Textpassagen dieser Art verschiedenartige Aufschlüsse über das Selbstverständnis von Dichtern und Schriftstellern sowie über deren künstlerische Potenzen gewinnen. In dem Seminar werden ausgewählte Zeugnisse dieser Art aus der griechisch-römischen Antike, dem deutschen Mittelalter und der frühen Neuzeit literaturwissenschaftlich analysiert und interpretiert; dabei finden vorrangig auch interkulturelle Bezüge Beachtung. Die Behandlung fremdsprachiger Texte erfolgt – soweit erforderlich – auf der Grundlage von Übersetzungen.