Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
LEHRVERANSTALTUNGEN SS 2007


GRUNDSTUDIUM
ECTS
714030201 IN ORPHEUS' GEFOLGE:
Literatur und Musik im intermedialen Zusammenspiel (HIST-quer)
(für Seniorenstudium geeignet)
V
Mi wöchtl. 11.15-12.45 GWZ HS 2010

Hoffmann-Maxis, Angelika 6
714030202

LITERATUR UND MUSIK IM 20. JAHRHUNDERT - EIN FREMDES VERHÄLTNIS? (HIST-rezep)
ProS/S
Mi wöchtl. 15.15-16.45 Vortragssaal UB

Hoffmann-Maxis, Angelika 8/10
714030203 GROTESKE (HIST-quer)
ProS
Mo wöchtl. 11.15-12.45 Brühl, R 1010

Zieger, Wilfried 8
714030204 ZUR GESCHICHTE DES KUNSTMÄRCHENS (HIST-quer)
ProS
Mo wöchtl. 13.15-14.45 Brühl, R 1010

Zieger, Wilfried 8
714030205 DER PROMETHEUS-MYTHOS IN DER LITERATUR (HIST-stoff)
ProS
Mi wöchtl. 9.15-10.45 Brühl, R 908

Zieger, Wilfried 8
714030206

DIE JAHRESZEITEN IN LITERATUR UND MUSIK (HIST-rezep)
(für Seniorenstudium geeignet)
S
Mi wöchtl. 15.15-16.45 Brühl, R 814

Zieger, Wilfried 10
714030207 DISKURS, EPOCHE, ÄSTHETIK: Die Postmoderne (TH-poetol)
ProS
Mo wöchtl. 17.15-18.45 Brühl, R 823

Meurer, Ulrich 8
714030208 GILLES DELEUZE - Lektüren (TH-theorie)
S
Di wöchtl. 11.15-12.45 Brühl, R 908

Meurer, Ulrich 10

HAUPTSTUDIUM
ECTS
714030201 IN ORPHEUS' GEFOLGE:
Literatur und Musik im intermedialen Zusammenspiel (HIST-quer)
(für Seniorenstudium geeignet)
V
Mi wöchtl. 11.15-12.45 GWZ HS 2010

Hoffmann-Maxis, Angelika 6
714030209

IM REICH DER ZEICHEN:
Umberto Eco, Literatur- und Kulturtheorie (TH-theorie)
S
Di wöchtl. 13.15-14.45 Brühl, R 812

Hoffmann-Maxis, Angelika 10
714030210


DIE INSZENIERUNG DES ICH:
Traditionen und Transformationen der Autobiographie (HIST-quer)
(für Seniorenstudium geeignet)
S
Di wöchtl. 15.15-16.45 Brühl, R 812

Hoffmann-Maxis, Angelika 10
714030211

LITERATUR UND MUSIK IM 20. JAHRHUNDERT - EIN FREMDES VERHÄLTNIS? (HIST-rezep)
ProS/S
Mi wöchtl. 15.15-16.45 Vortragssaal UB

Hoffmann-Maxis, Angelika 8/10

KOMMENTARE GRUNDSTUDIUM
V



IN ORPHEUS' GEFOLGE:
Literatur und Musik im intermedialen Zusammenspiel (HIST-quer)
(für Seniorenstudium geeignet)

Hoffmann-Maxis, Angelika


Die Verbindungen zwischen Literatur und Musik scheinen fern zu liegen und in jene Zeiten zurück zu verweisen, als Literatur noch oral poetry, Klang war ohne Schrift. Und doch: gerade mit dem Beginn der Moderne im 18. Jahrhundert kommt es zu einer neuen und fortan nicht mehr unterbrochenen Beziehung beider Künste – unter welchen Vorzeichen, mit welchen Wirkungen? Dieser ‚Dialog' dauert bis in unsere Zeit an und umfaßt die theoretische Bedeutung der Musik für das Selbstverständnis der Literatur, die Thematik von Musik und Musikern sowie – last but not least – die Reflexion und Imitation musikalischer Formen im literarischen Text.


ProS/S

LITERATUR UND MUSIK IM 20. JAHRHUNDERT - EIN FREMDES VERHÄLTNIS? (HIST-rezep)
Hoffmann-Maxis, Angelika


Das 20. Jahrhundert setzt in der Beziehung zwischen Literatur und Musik einen neuen Akzent. Anders als in der Romantik, die der Musik Transzendenz zuschrieb, steht die Musik nunmehr im Handlungskontext der Menschen. Doch was ist, in der Ära der Krisen und Katastrophen, die besondere Qualität der Musik, was ihre Aufgabe im literarischen Werk?
Wenn Musik die Sprache des Unsagbaren ist: Wäre sie dann nicht (allein?) in der Lage, jenen unaussprechlichen Leiden, den unbeschreiblichen Gräueln, den Krisen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts Ausdruck zu geben? Doch ist nicht der Dialog, ja die Dialogfähigkeit dieser beiden Künste (der ‚sister arts' im Verständnis des 18. Jahrhunderts) schon nach der Romantik, spätestens aber nach dem Symbolismus erschöpft? Die Fragen richten sich an klassische Texte der Moderne und (be)treffen deren Verhältnis zur Musik – bei Hermann Hesse, Thomas Mann, Aldous Huxley, Alejo Carpentier, Marguerite Duras, Wolfgang Hilbig und anderen.


ProS GROTESKE (HIST-quer) Zieger, Wilfried


Die in der Literatur um 1900 häufig anzutreffende Groteske ist gattungsgeschichtlich keinesfalls auf diesen Zeitraum begrenzt, sondern weist seit ihrer Entstehung in der Renaissance eine bis in die Gegenwart reichende Verbreitung auf. Das Seminar versucht einen Überblick über die Entwicklung der Groteske als eigenständiger literarischer Form wie auch der verschiedenen Spielarten des Grotesken zu geben. Anhand erzählender, aber auch dramatischer und lyrischer Texte der deutschsprachigen, amerikanischen, russischen und französischen Literatur wird der unterschiedlichen Ausprägung der Groteske in den einzelnen Literaturgeschichtsepochen vergleichend nachgegangen.


ProS ZUR GESCHICHTE DES KUNSTMÄRCHENS (HIST-quer) Zieger, Wilfried


Das Kunstmärchen weist seit seiner Entstehung am Ende der Renaissance eine nahezu ungebrochene Kontinuität in der Literaturgeschichte auf. Das Seminar untersucht die Geschichte (und Typologie) dieses Genres, indem es einen Überblick über dessen Entwicklung von den Anfängen bis in die Gegenwart gibt. Dabei geht es der Frage nach, warum Dichter verschiedener Literaturgeschichtsepochen immer wieder zur Form des Kunstmärchens gegriffen haben. Darüberhinaus wird den Bezügen zum Volksmärchen sowie zu anderen epischen Genres besondere Beachtung geschenkt.

 

ProS

DER PROMETHEUS-MYTHOS IN DER LITERATUR (HIST-stoff) Zieger, Wilfried

Der Menschenbildner und Feuerbringer Prometheus gehört zu den berühmtesten mythologischen Gestalten der Weltliteratur. „Die Geschichte seiner Deutungen erzählen heißt (…), die Geschichte der abendländischen Menschheit erzählen“ (H.G. Gadamer). Das Seminar widmet sich den verschiedenen Aspekten des Prometheusstoffes in ihrer unterschiedlichen Ausprägung bei repräsentativen Vertretern einzelner europäischer Literaturen und fragt nach den Motiven, die Dichter unterschiedlicher literarischer Strömungen zur Gestaltung dieses Stoffes führten.

S


DIE JAHRESZEITEN IN LITERATUR UND MUSIK (HIST-rezep)
(für Seniorenstudium geeignet)
Zieger, Wilfried

Die Jahreszeiten verfügen in der Literatur über eine eigenständige Metaphorik. Das Seminar geht der unterschiedlichen Thematisierung von Frühling, Sommer, Herbst und Winter in Texten von Autoren verschiedener literarischer Strömungen nach und untersucht darüber hinaus die differenzierte Semantik des Jahreszeitentopos in verschiedenen musikalischen Gattungen. Auf diese Weise sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung der Jahreszeiten in beiden Künsten herausgearbeitet werden. Analysiert und miteinander verglichen werden u.a. Texte von Goethe, Gogol, Strindberg, Cechov, Hesse, Pavese und Kompositionen von Vivaldi, Schubert, Brahms, Raff, Tschaikowski.

ProS

DIKURS, EPOCHE, ÄSTHETIK:
Die Postmoderne (TH-poetol)
Meurer, Ulrich

Die Erkundigung nach dem, was „postmodern“ sein will, scheint stets ins Aporetische zu münden: Es ist unklar, wann die Postmoderne begonnen und wann – und ob – sie geendet hat, es ist unklar, ob sie das Projekt der Moderne weiterführt oder sich gegen die Moderne auflehnt. Es ist ebenso unklar, ob sie auf dem Feld der Kunst das Hochartifizielle und Autoreflexive favorisiert oder deren Egalisierung und Massentauglichkeit. Nichtsdestotrotz nimmt sich das Seminar vor, diese Fragen noch einmal zu stellen und mit Hilfe ausgewählter Texte etwa von Roland Barthes, Fredric Jameson und Umberto Eco, von Jürgen Habermas, Jean-Franois Lyotard und Susan Sontag ein(ig)e Antwort(en) zu geben. Schließlich soll sich unser Blick auch über die Grenzen des Literaturtheoretischen und Literarischen hinaus auf den „postmodernen“ Film, die „postmoderne“ Architektur oder die „postmoderne“ Politik richten ...

S GILLES DELEUZE - LEKTÜREN (TH-theorie) Meurer, Ulrich


Alle Formen des Denkens, zu denen die Künste ebenso gehören wie die Naturwissenschaften oder die Philosophie, teilen sich – so Gilles Deleuze – „gemeinsame Sequenzen“. Solchen genetischen Entsprechungen zwischen der Literatur und Deleuze' eigener Philosophie will das Seminar nachgehen. Dabei gilt es zunächst, Texten von Kleist, Kafka, Lewis Carroll oder auch Herman Melville die Interpretationen und Lektüren von Gilles Deleuze (und seinem Mit-Autor Félix Guattari) gegenüberzustellen: Weshalb ist Penthesilea eine „Kriegsmaschine“ und Der Proceß „kleine Literatur“, weshalb bringt Carroll „perversen Unsinn“ und Melville „Formeln“ zu Papier? In der Klärung dieser Fragen soll uns Deleuze nicht nur lesendes Subjekt sein, sondern auch Objekt unserer eigenen Lektüren, um so zu erarbeiten, inwiefern sein Denken im Zentrum poststrukturalistischen (Literatur-) Verständnisses steht.

Zur vorbereitenden Lektüre empfohlen: Franz Kafka: Der Proceß . Frankfurt am Main: S. Fischer 1994.

 


KOMMENTARE HAUPTSTUDIUM
V



IN ORPHEUS' GEFOLGE:
Literatur und Musik im intermedialen Zusammenspiel (HIST-quer)
(für Seniorenstudium geeignet)

Hoffmann-Maxis, Angelika


Die Verbindungen zwischen Literatur und Musik scheinen fern zu liegen und in jene Zeiten zurück zu verweisen, als Literatur noch oral poetry, Klang war ohne Schrift. Und doch: gerade mit dem Beginn der Moderne im 18. Jahrhundert kommt es zu einer neuen und fortan nicht mehr unterbrochenen Beziehung beider Künste – unter welchen Vorzeichen, mit welchen Wirkungen? Dieser ‚Dialog' dauert bis in unsere Zeit an und umfaßt die theoretische Bedeutung der Musik für das Selbstverständnis der Literatur, die Thematik von Musik und Musikern sowie – last but not least – die Reflexion und Imitation musikalischer Formen im literarischen Text.


S

IM REICH DER ZEICHEN:
Umberto Eco, Literatur- und Kulturtheorie (TH-theorie)
Hoffmann-Maxis, Angelika

Wer bei dem Namen Umberto Eco an den Namen der Rose denkt , ist selbst bei einem Seminar zur Literaturtheorie nicht auf falschen Pfaden, denn die „Nachschrift“ enthält die Programmatik der Postmoderne. Doch zum Zentrum der Fragestellung: Der Status der Literatur innerhalb einer Logik der Kultur läßt sich an keinem (Gesamt-)Werk eines Theoretikers so gut beschreiben wie bei Umberto Eco – dies gilt sowohl für das „offene Kunstwerk“ als auch für den „Lektor in Fabula“. Wer eine Einführung in die Semiotik wünscht (oder auch nur benötigt), wird sich ebenfalls mit Gewinn an Eco wenden; und wenn es uns schließlich, in einem Theorie-Seminar nicht ganz unziemlich, nach leichterer Kost verlangt, finden wir Platon im Striptease-Lokal (was im Original ganz unspektakulär Diario minimo heißt …)

S


DIE INSZENIERUNG DES ICH:
Tradition und Transformation der Autobiografie (HIST-quer)
(für Seniorenstudium geeignet)

Hoffmann-Maxis, Angelika


Kaum ein Politiker, kaum ein Künstler unserer Zeit, der nicht, oftmals noch jung an Jahren, seine Autobiografie vorlegt – ein so gängiges, wie griffiges, unproblematisches Genre? Nur scheinbar, denn im Begriff ‚Autobiografie' sind alle Teile, aus denen er sich zusammensetzt, mit Fragen behaftet: Wer/was ist jenes ‚Selbst' (autos), was bedeutet ‚Leben' (bios), was heißt und bewirkt das ‚Schreiben' (graphein)? Mit diesen Fragen sollen Texte aus dem Bereich der ‚klassischen' Autobiografie (Augustinus, Rousseau, Goethe) über die romantische (Chateaubriand, de Quincey) bis hin zur ‚neuen' Autobiografie Robbe-Grillets konfrontiert werden: Eine Identitätsproblematik deutet sich an, die (zumindest mit-) verantwortlich ist für die lange literarische Fortüne der Gattung und ihrer ungebrochenen Wirkung auf den Leser/die Leserin.


ProS/S

LITERATUR UND MUSIK IM 20. JAHRHUNDERT - EIN FREMDES VERHÄLTNIS? (HIST-rezep)
Hoffmann-Maxis, Angelika

Das 20. Jahrhundert setzt in der Beziehung zwischen Literatur und Musik einen neuen Akzent. Anders als in der Romantik, die der Musik Transzendenz zuschrieb, steht die Musik nunmehr im Handlungskontext der Menschen. Doch was ist, in der Ära der Krisen und Katastrophen, die besondere Qualität der Musik, was ihre Aufgabe im literarischen Werk?
Wenn Musik die Sprache des Unsagbaren ist: Wäre sie dann nicht (allein?) in der Lage, jenen unaussprechlichen Leiden, den unbeschreiblichen Gräueln, den Krisen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts Ausdruck zu geben? Doch ist nicht der Dialog, ja die Dialogfähigkeit dieser beiden Künste (der ‚sister arts' im Verständnis des 18. Jahrhunderts) schon nach der Romantik, spätestens aber nach dem Symbolismus erschöpft? Die Fragen richten sich an klassische Texte der Moderne und (be)treffen deren Verhältnis zur Musik – bei Hermann Hesse, Thomas Mann, Aldous Huxley, Alejo Carpentier, Marguerite Duras, Wolfgang Hilbig und anderen.