Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
LEHRVERANSTALTUNGEN 2004/05


GRUNDSTUDIUM
ECTS
04030391 METAMORPHOSEN DES MYTHISCHEN -
über alte und neue Mythen in der Literatur (Hist-quer)
(für Seniorenstudium geeignet)
V
Mi wöchtl. 11.15-12.45 HSG HS 20

Hoffmann-Maxis,
Angelika
6
04030405 EINFÜHRUNG IN DIE AVL I (TH-Einf)
ProS
Di wöchtl. 13.15-14.45 GWZ HS 2.010

Hoffmann-Maxis,
Angelika
8
04030415 GROTESKE (Hist-quer)
ProS
Mo wöchtl. 13.15-14.45 SG SR 3-41/42

Zieger, Wilfried 8
04030425 FORMEN DER EPIK (TH-theorie)
ProS
Mi wöchtl. 9.15-10.45 SG SR 00-63/64

Zieger, Wilfried 8
04030435 ELEGIE IN LITERATUR UND MUSIK (Hist-stoff)
ProS
Mi wöchtl. 15.15-16.45 SG SR 2-07/08

Zieger, Wilfried 8
04030445 THEORIE DES ROMANS (Hist-theorie)
ProS
Mo wöchtl. 11.15-12.45 SG SR 3-41/42

Zieger, Wilfried 8
04030455 ROMANTISCHE LYRIK (Hist-quer)
ProS
Di wöchtl. 17.15-18.45 SG SR 4-01/02

Nicklas, Pascal 8
04030465 KULTUR DER KURZEN FORM: Die Short Story (Hist-quer)
ProS
Mi wöchtl. 17.15-18.45 SG SR 4-01/02

Nicklas, Pascal 8
04030475 ROBINSONADEN (Hist-stoff)
ProS
Di wöchtl. 11.15-12.45 SG SR 2-69/70

Nicklas, Pascal 8

HAUPTSTUDIUM
ECTS
04030391 METAMORPHOSEN DES MYTHISCHEN -
über alte und neue Mythen in der Literatur (Hist-quer)
(für Seniorenstudium geeignet)
V
Mi wöchtl. 11.15-12.45 HSG HS 20

Hoffmann-Maxis,
Angelika
6
04030482 HERMENEUTIK (TH-theorie)
S
Mi wöchtl. 15.15-16.45 SG SR 4-01/02

Nicklas, Pascal 10
04030492 SCHULUNG DURCH FORM:
Über formale Schulen in der Literaturtheorie (TH-theorie)
S
Do wöchtl. 9.15-10.45 SG SR 4-01/02

Hoffmann-Maxis,
Angelika
10
04030502 "CORRESPONDANCES": Der europäische Symbolismus (Hist-quer)
S
Do wöchtl. 11.15-12.45 SG SR 2-65/66

Hoffmann-Maxis,
Angelika
10

KOMMENTARE GRUNDSTUDIUM
V

METAMORPHOSEN DES MYTHISCHEN –
über alte und neue Mythen in der Literatur (Hist-quer)
(für Seniorenstudium geeignet)

Hoffmann-Maxis, Angelika

Der Mythos, von einer logozentrischen Philosophie als vernunftwidrig verdächtigt und unter 'aufklärerischen' Gesichtspunkten für tot erklärt, erfreut sich in moderner und postmoderner Zeit ungebrochener Vitalität. Nach einem Überblick über Theorien und Konzeptionen des Mythos soll das Fortleben antik-mythischer Stoffe bis in die Gegenwart nachgezeichnet werden. Schließlich kommen auch moderne Mythen zur Darstellung: kontrastiv oder in Analogie zu den antiken? Im Zentrum der Fragestellung steht das Verhältnis von Mythos und Sprache einerseits, jenes von Mythos und Kunst andererseits.


ProS EINFÜHRUNG IN DIE AVL I (TH-Einf)
Hoffmann-Maxis, Angelika

Als Pflichtveranstaltung für Studienanfänger umfaßt die „Einführung“, die turnusgemäß im Sommersemester fortgesetzt wird, die Geschichte des Faches und einige seiner Teilgebiete. Es wird vor allem darum gehen, auf der Basis eines zu erarbeitenden Fachverständnisses die Arbeitsgebiete der Komparatistik vorzustellen und dabei die vergleichende Analyse von Texten unter komparatistischen Gesichtspunkten einzuüben. Die hierfür ausgewählten Beispieltexte sind der europäischen Literatur der Jahrhundertwende entnommen.

Die Texte sind im Sekretariat als Kopien erhältlich; Grundlage für die Arbeit im Seminar ist der Band:
Corbineau-Hoffmann, Angelika: Einführung in die Komparatistik, Berlin , 2. Auflage 2004.

Zur Einführung wird ebenfalls empfohlen:
Corbineau-Hoffmann, Angelika: Die Analyse literarischer Texte, Tübingen und Basel 2002.


ProS GROTESKE (Hist-quer)
Zieger, Wilfried

Die in der Literatur um 1900 häufig anzutreffende Groteske ist gattungsgeschichtlich keinesfalls auf diesen Zeitraum begrenzt, sondern weist seit ihrer Entstehung in der Renaissance eine nahezu ungebrochene, bis in die Gegenwart reichende Kontinuität auf. Das Seminar versucht einen Überblick über die Entwicklung dieser eigenständigen literarischen Form wie auch der verschiedenen Spielarten der Grotesken zu geben. Anhand erzählender, aber auch dramatischer und lyrischer Texte der deutschsprachigen, amerikanischen, russischen und französischen Literatur wird der unterschiedlichen Ausprägung der Groteske in den einzelnen Literaturgeschichtsepochen vergleichend nachgegangen.


ProS FORMEN DER EPIK (TH-theorie) Zieger, Wilfried

Die Lehrveranstaltung ist als Einführung in die Geschichte und Theorie epischer Genres gedacht und will Grundkenntnisse auf dem Gebiet der Gattungslehre vermitteln. Neben Hauptformen des modernen Romans werden vor allem ältere epische Genres wie Epos, Fabel und Märchen in ihrer sich geschichtlich verändernden Typologie und Funktionalität behandelt. Zugleich sollen Wesensmerkmale des Epischen im Unterschied zum Dramatischen verdeutlicht werden.

ProS ELEGIE IN MUSIK UND LITERATUR (Hist-stoff) Zieger, Wilfried

Die Elegie weist seit der Antike eine nahezu ungebrochene Kontinuität und weite Verbreitung in zahlreichen Literaturen auf. Das Seminar stellt anhand repräsentativer Texte aus verschiedenen Literatur-geschichtsepochen die grundlegenden Erscheinungsformen dieses lyrischen Genres vor und fragt vor allem nach den Ursachen für die Dominanz des Klage-Gedichts in der elegischen Dichtung seit dem Anfang des 19.Jahrhunderts. Dabei wird den Bezügen der literarischen Elegie als Musikstück besondere Beachtung geschenkt. Analysiert und miteinander verglichen werden u.a. Texte von Ovid, Goethe, Rilke, Jiménez, Brecht sowie Kompositionen von Brahms, Tchaikovsky, Elgar, Shostakovich.

ProS THEORIE DES ROMANS (TH-theorie)
Zieger, Wilfried

Das Seminar gibt einen knappen Überblick über die Entwicklung der Romantheorie in der westlichen Welt von den Anfängen bis zur Gegenwart. Chronologisch vorgehend und die Wechselwirkung von Theoriebildung und Romanschaffen beachtend, werden vor allem Äußerungen namhafter Romanciers vorgestellt, die die Geschichte des Genres und seiner Theorie grundlegend geprägt haben. Dabei wird deutlich, dass es eine einheitliche Romantheorie ebensowenig gibt wie den Roman.

ProS ROMANTISCHE LYRIK (Hist-quer)
Nicklas, Pascal

Gemeinsam ist den verschiedenen nationalliterarischen Strömungen Europas zur Zeit der Romantik ihre Frontstellung gegen die klassizistische Ästhetik. For­men und Inhalte der romantischen Dichtung sind in den europäischen Kern­ländern jeweils unterschiedlich und reagieren auf den historischen Bruch­punkt der Französischen Revolution im Kontext jeweils eigener litera­ri­scher und kultureller Kontexte. Gleichwohl aber lassen sich Vergleichspunkte er­kennen, die die Rede von einer europäischen Romantik statthaft machen. Der Ver­gleich europäischer Lyrik der Romantik nach 1789 soll im Rahmen die­ses litera­turhistorischen Proseminars die Epoche in ihrer Vielfältigkeit an­schaulich machen und helfen, einen komplexen Romantikbegriff zu vermitteln.

ProS KULTUR DER KURZEN FORM: Die Short Story (Hist-quer)
Nicklas, Pascal

In direktem Zusammenhang mit den medialen Umwälzungen des späten neunzehnten Jahrhunderts steht die Entwicklung der amerikanischen Short Story, die maßgeblichen Einfluß auf die Ausbildung der kurzen Erzählformen in England und Europa hatte. In diesem literaturhistorischen Proseminar sollen querschnittartig die Entstehungsbedingungen und poetologischen Konsequenzen der medialen und kulturellen Kontexte der Short Story betrachtet werden. Ein Reader mit den zu besprechenden Texten wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.

ProS ROBINSONADEN (Hist-stoff)
Nicklas, Pascal

Robinson Crusoe gehört zu den bekanntesten Figuren der Weltliteratur und hat dem literarischen Thema der Versetzung eines Menschen auf eine einsame Insel, wo er der kulturellen, zivilisatorischen und technischen Mittel seiner Zeit beraubt ist, den Namen gegeben: Robinsonade. Im Zentrum dieses thematologischen Proseminars stehen die Texte von Defoe und Schnabel. Neben der Untersuchung der formalen und inhaltlichen Zusammenhänge von „Robinson Crusoe“ und der „Insel Felsenburg“ wird auch die sich aus Defoes Roman ergebende Tradition bis hin zu Goldings „Lord of the Flies“ und Tourniers „Vendredi“ vorgestellt. Die Romane von Defoe und Schnabel sollen zu Beginn des Seminars gelesen sein.

Daniel Defoe: The Life and Strange surprizing Adeventures of Robinson Crusoe. (Diverse Ausgaben.)

Johann Gottfried Schnabel: “Wunderliche Fata einiger See-Fahrer” (Die Ausgabe von 1731 steht online im Projekt Gutenberg.de zur Verfügung, ansonsten bei reclam.)


KOMMENTARE HAUPTSTUDIUM
V

METAMORPHOSEN DES MYTHISCHEN –
über alte und neue Mythen in der Literatur (Hist-quer)
(für Seniorenstudium geeignet)

Hoffmann-Maxis, Angelika

Der Mythos, von einer logozentrischen Philosophie als vernunftwidrig verdächtigt und unter 'aufklärerischen' Gesichtspunkten für tot erklärt, erfreut sich in moderner und postmoderner Zeit ungebrochener Vitalität. Nach einem Überblick über Theorien und Konzeptionen des Mythos soll das Fortleben antik-mythischer Stoffe bis in die Gegenwart nachgezeichnet werden. Schließlich kommen auch moderne Mythen zur Darstellung: kontrastiv oder in Analogie zu den antiken? Im Zentrum der Fragestellung steht das Verhältnis von Mythos und Sprache einerseits, jenes von Mythos und Kunst andererseits.


S HERMENEUTIK (TH-theorie)
Nicklas, Pascal

Hermeneutik als Theorie, Reflexion und Praxis des Verstehens von Texten blickt auf eine lange Tradition zurück: Der Begriff taucht zuerst bei Platon auf, wo die Dichter als Götterboten bezeichnet werden. Für die Literaturwissenschaft ist die Hermeneutik nicht nur als historische Auseinandersetzung mit Fragen der Deutung und Auslegung interessant, sondern als Medium der Selbstreflexion, die in der Historizität des Gelesenen die Geschichtlichkeit der eigenen Position bedenkt. Insofern kann Hermeneutik als grundlegende Verständigung über das Verstehen in der Literaturwissenschaft begriffen werden. In diesem literaturtheoretischen Hauptseminar sollen nach einem historischen Überblick über die Entwicklung der Hermeneutik entscheidende Texte der Tradition seit Schleiermacher gelesen werden.

Ulrich Nassen (Hrsg.): Klassiker der Hermeneutik. Paderborn, München, Wien, Zürich 1982.

S SCHULUNG DURCH FORM:
Über formale Schulen in der Literaturtheorie (TH-theorie)
Hoffmann-Maxis, Angelika

Während der Russische Formalismus lange Zeit als Vater aller formalen Schulen aus der Genealogie der Literaturtheorie des 20. Jahrhunderts nicht wegzudenken war, ist er aktuell im akademischen Unterricht ein Moment des Verschweigens. In sich selbst, aber auch mit seinen Weiterungen im Prager und Pariser Strukturalismus soll er in dieser Veranstaltung, die auf ausdrücklichen Wunsch der Studierenden angeboten wird, neu zum Sprechen gebracht werden.

Die Seminartexte werden in der bewährten Weise (Vorlage im Copyshop) zur Verfügung gestellt.
S

„CORRESPONDANCES“:
Der europäische Symbolismus (Hist-quer)

Hoffmann-Maxis, Angelika

Für zahlreiche Entwicklungen der Literatur bildete Baudelaire eine Art Initialzündung: Sein programmatisches Gedicht „Correspondances“ sollte einen Dialog in Gang setzen, der eine Generation später die jungen Literaten in ganz Europa verbindet – ein Netzwerk von hoher Dichte oder: EWW (Europe Wide Web). Im Zentrum der Bemühungen um besondere Ausdruckstiefe und Bilderdichte steht aus nachvollziehbaren Gründen die Lyrik, deren Strahlkraft indes auch andere Gattungen durchdringt – das Drama, die Kurzprosa (und teilweise den Roman …). Wie zumeist in der Komparatistik, gilt auch für diese Fragestellung: Kaum wird man alles bewältigen, doch sollen Rodenbach, Yeats, Darío, Sologub, Rilke zur Sprache, zu Wort kommen – weiteres nach Wunsch.